Schützengilde 1517 Landau
Wappen Sch¨tzengilde 1517 Landau
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Festspiel


b_270_0, 0_16777215_00_images_schuetzengilde_schuetzenfest_festspiel_festspiel05_1.jpgDer Schnee glitzert im Vollmondschein. Man kann bis ans Hegeholz sehen. Noch immer kommt Kathrin nicht? Da, als es zwölf schlägt, biegt sie um die Ecke. Sie läuft um ihr Leben. Während alle überlegen, was sie dazu treiben mag, hört man Hufegeklapper, und kurz darauf sehen sie den galoppierenden Reiter hinter Kathrin hersprengen. Was nützt da alles Jolilen und Schreien! Doch! Kathrin hat begriffen und hastet am Piipeken hinauf. Der Reiter springt vom Pferd und hinterher. Die Tür in der Mauer ist geöffnet, die Leiter hinausgeschoben. Wie eine Katze klettert Kathrin empor, verfolgt von dein Mann. Ehe sie sich hinter die schützende Mauer retten kann, holt der Verfolger mit dem Schwert aus. Allen stockt das Blut in den Adern. Er schlägt zu. Ein blonder Zopf fällt in den Schnee.

b_270_0, 0_16777215_00_images_schuetzengilde_schuetzenfest_festspiel_festspiel04_1.jpgLangsam beruhigt sich Kathrin und erzählt: "Bis Sieberkausen ging es ganz gut, doch dann bekam ich Angst. Hätte ich euren Spott nicht gefürchtet, wäre ich umgekehrt. Das Backhaus weiß ich, von unserer Wiese aus war ich früher schon im Dorf. Ich wollte gerade den Brotschieber packen, da hörte ich Pferdegeklapper. Der Mann muß meine Spur im Schnee gesehen haben. Ich kroch schnell auf den Ofen und war mucksmäuschenstill. Zum Glück hatte der Reiter kein Licht. So hörte ich ihn nur fluchen und mit seinem Säbel an den Wänden herumstoßen. Ihr könnt euch denken, wie mir zumute war!

b_270_0, 0_16777215_00_images_schuetzengilde_schuetzenfest_festspiel_festspiel06_1.JPGDann ritt er fort. Ich schlich mich wieder aus dem Dorf und lief den Weg zurück. Schon glaubte ich mich in Sicherheit. Aber der Kerl fand meine Spur im Schnee und ist hinter mir hergeritten, anders kann es nicht sein. Den Brotschieber habe ich fortgeworfen, den könnt ihr euch morgen holen. Ich habe aber ein Zeugnis, daß ich dort war. Seht her! Auf dem Ofen stand eine Kiste init Geld und allerlei Wertsachen. Einen Gulden habe ich mitgenommen, den könnt ihr sehen.'' Sie zeigte ihn her und ließ ihn im Kreise herumgehen. Das war eine Neuigkeit für die Burschen: "Morgen holen wir die Kiste!"


b_270_0, 0_16777215_00_images_schuetzengilde_schuetzenfest_festspiel_festspiel08_1.JPGKathrin war am nächsten Tage in aller Mund. So ein Mädchen! Ganz allein läuft es in dieser unsicheren Zeit ins Nest der Räuber und kommt wieder heil nach Hause. Die müßte man zur Frau haben, wünschte sich mancher junge Freier.

Mit Hellebarden und Feuerrohen machten sich am nächsten Morgen die Bürger auf und marschierten nach Siebringhausen. Das Nest war leer, die Kiste mitgenommen. Der Schlupfwinkel wurde dem Erdboden gleichgemacht, damit man Ruhe vor den Plagegeistern hatte.

b_270_0, 0_16777215_00_images_schuetzengilde_schuetzenfest_festspiel_festspiel09_1.jpg Am folgenden Sonntag war Tanz. Nach dieseln glücklich verlaufenen Abenteuer verlangte die Jugend ihr Recht. Wie sich alle um Kathrin mühten! Sie saß kein einziges Mal. Auch einige Fremde hatten sich eingefunden und forderten sie zum Tanz auf. Argwöhnisch und grollend paßten die Burschen auf. Heute gehörte Kathrin ihnen. Was wollen die Fremden! Ein Schrei! Kathrin fühlte sich von drei Männern umfaßt und wurde hinausgezerrt. Sie wehrte sich. Die Burschen sprangen hinzu und verhinderten, daß ihr Mädchen auf eines der Pferde gehoben und entführt wurde.Zum zweitenmal ist sie gerettet! Mit den drei Reitern entbrannte ein harter Kampf. Sie kämpften um ihr Leben, das wußten sie. Nach heftiger Gegenwehr siegte die Überzahl. Die drei wanderten hinter Gitter. Das Gericht machte nicht lange Federlesens mit den Wegelagerern.